Steuertipp vom 14.03.2013

Rentner und Steuererklärung – Pflicht zur Abgabe auch im Alter

Abgabe, Alter, Pflicht, –, Steuererklärung, Rentner
Finanzämter nehmen zunehmend Rentner unter die Lupe.
Die Finanzbehörden überprüfen verstärkt das Einkommen von Rentnern. Grund dafür ist das Alterseinkünftegesetz. Dieses sieht seit 2005 die schrittweise Erhöhung des zu besteuernden Rentenanteils vor. Zudem bekommen die Finanzbehörden im Zuge dessen seit 2009 die Rentenbezugsmitteilungen übermittelt. So geraten immer mehr Rentner ins Blickfeld der Finanzbehörden. Etwa 120 Millionen solcher Mitteilungen werten die Finanzämter rückwirkend aus. In Verbindung mit der Steueridentifikationsnummer steht dabei schnell fest, ob jemand steuerpflichtig ist. Die Folge: Immer mehr Rentner erhalten Post vom Finanzamt mit der Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung - mitunter auch für mehrere Vorjahre. Für viele Betroffene besonders ärgerlich ist, dass das Finanzamt für das Nachholen der Steuererklärung in der Regel nur vier Wochen Zeit gibt.

Ignorieren hilft nicht weiter

Wer solch ein Schreiben erhalten hat, sollte sich darum kümmern. Denn wer nicht reagiert und die Steuererklärung innerhalb der Frist nicht abgibt, dem droht eine Steuerschätzung. Die geschätzte Steuer fällt dabei regelmäßig höher aus, weil die Ämter sich innerhalb der hierfür zulässigen Grenzen großzügig nach oben orientieren. Selbst wenn die Schätzung einmal niedriger ausfallen sollte, ist das kein Grund zur Freude. Denn unabhängig davon droht auf lange Sicht ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. Die Steuerschätzung entbindet nämlich nicht von der Abgabe einer korrekten Steuererklärung.

Gründe der Steuererklärungspflicht

Viele Betroffene fragen sich, ob das Finanzamt einen Fehler begangen hat. Fest steht, die Finanzämter wissen mehr, als viele glauben. So erfahren sie aufgrund der Rentenbezugsmitteilungen etwa genau, wie viel gesetzliche Rente jemand bezieht. Grundsätzlich gilt: Jeder, dessen zu versteuernde Einkünfte den steuerfreien Grundfreibetrag überschreiten, muss eine Steuererklärung abgeben. Für Alleinstehende lag der Grundfreibetrag in den Jahren 2010 bis 2012 bei jährlich 8004 Euro zu versteuernder Einkünfte. Für zusammen veranlagte Ehepartner betrug er das Doppelte, folglich 16.008 Euro im Jahr. Ab dem Jahr 2013 steigen die Beträge auf 8124 bzw. 16.248 Euro. Zu versteuernde Einkünfte bis zu diesen Höhen sind steuerfrei. Zu ihnen zählen neben der gesetzlichen beispielsweise auch eine private Rente und Mieteinnahmen. Auch wer sich etwas zur Rente dazuverdient, erzielt diese sogenannten Nebeneinkünfte. Achtung: Übersteigen die Nebeneinkünfte neben der Rente 410 Euro im Jahr, ist immer eine Steuererklärung abzugeben. Die Pflicht besteht also selbst dann, wenn die gesamten Einkünfte noch unterhalb des Grundfreibetrags liegen. Allgemein kann sich die Abgabe der Steuererklärung aber auch dann lohnen, wenn keine Pflicht dazu besteht. Denn nur so erfährt das Finanzamt von eventuellen steuersparenden Umständen. Und ganz allgemein folgt aus der Pflicht zur Steuererklärung nicht, dass man tatsächlich auch Steuern zahlen muss.

Fristverlängerung beantragen

Da vier Wochen wirklich knapp sind, sollte man zunächst schriftlich beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. Gleichzeitig ist aber die Steuererklärung in Angriff zu nehmen. Wird in der Zwischenzeit die Fristverlängerung abgelehnt, sollte man Einspruch dagegen einlegen. Das verschafft wiederum etwas Zeit. Ein Steuerberater kann im Übrigen auch hier und nicht nur bei der Einkommensteuererklärung helfen.

(GUE)

Foto: ©Fotolia.com/Osterland

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