Steuertipp vom 24.04.2013

Steuern sparen mit pauschalen Werbungskosten

Werbungskosten, pauschalen, sparen, Steuern
Beim Ausfüllen der Steuererklärung können zahlreiche Pauschalen genutzt werden.
Die Steuererklärung für das Jahr 2012 steht vielen noch bevor. Das heißt wieder zahllose Belege suchen, ordnen und viel rechnen. Dabei gibt es zahlreiche Werbungskostenpauschalen, mit denen sich ohne viel Papierkram Steuern sparen lassen. Das Juristische Redaktionsteam von anwalt.de hat einige für Sie zusammengestellt:

Einfachste Variante ist der sogenannte Arbeitnehmerpauschbetrag von aktuell 1000 Euro. Diesen kann der angestellte Arbeitnehmer ohne jeden Beleg als Werbungskosten ansetzen. Allerdings sind mit diesem Betrag seine Werbungskosten abgegolten. Das heißt, weitere einzelne Ausgaben oder Pauschalen werden nur berücksichtigt, soweit sie die 1000 Euro überschreiten.

Im Fall von Versorgungsbezügen und bestimmten sonstigen Einnahmen beträgt die Werbungskostenpauschale immerhin noch 102 Euro (§ 9a EStG).

Pendlerpauschale

Bei der Entfernungspauschale, oft auch Pendlerpauschale genannt, muss schon etwas mehr gerechnet werden. Für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstelle können 30 Cent angesetzt werden. Dank dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) gilt das seit einigen Jahren wieder ab dem ersten Kilometer. Dabei werden aber nicht Hin- und Rückweg, sondern nur die einfache Strecke auf der kürzesten Straßenverbindung berücksichtigt.

Wer also beispielsweise 10 km von seiner Wohnung entfernt arbeitet, kann pro Arbeitstag 10 km x 30 Cent/km = 3,00 Euro ansetzen. Längere und vielleicht trotzdem verkehrsgünstigere Wege akzeptiert das Finanzamt in begründeten Ausnahmefällen.

Die Pendlerpauschale gilt unabhängig davon, ob ein Auto, ein Fahrrad oder ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt wird. Selbst Fußgänger können die Pauschale nutzen. Bei einer Fahrgemeinschaft darf jeder Mitfahrer die Entfernungspauschale in seiner Steuererklärung angeben. Mehr als 4500 Euro im Jahr werden allerdings nur beim Fahrer eines eigenen oder überlassenen Pkw akzeptiert.

Mit den 30 Cent/km sind grundsätzlich alle Kosten der Fahrt abgedeckt, das heißt Wartung, Kfz-Steuer, Versicherung etc. können darüber hinaus nicht mehr geltend gemacht werden (§ 9 EStG).

Verpflegungsmehraufwand

Wer aus beruflichen Gründen viel unterwegs ist, der hat meist höhere Kosten für seine Verpflegung. Schließlich kann er weder zu Hause günstig kochen noch die angestammte Kantine nutzen. Diese Mehrkosten dürfen mit Pauschalen in der Steuererklärung angegeben werden. Voraussetzung ist eine längere Abwesenheit von zu Hause und auch vom regelmäßigen Arbeitsplatz. Bei einer Dienstreise ab 8 Stunden können so 6 Euro und ab 14 Stunden 12 Euro angesetzt werden. Wer 24 Stunden abwesend ist, der darf 24 Euro in seiner Steuererklärung angeben (§ 4 EStG).

Berufsbedingter Umzug

Wer berufsbedingt umzieht und seinen täglichen Arbeitsweg dabei um mindestens eine Stunde verkürzt, kann die tatsächlichen Umzugskosten oder stattdessen die Umzugskostenpauschale als Werbungskosten angeben. Die pauschalen Sätze wurden gerade erst erhöht, wobei es entscheidend auf das Umzugsdatum und die Familienverhältnisse ankommt:

Wurde der Umzug im Januar oder Februar 2012 beendet, gelten noch folgende Pauschalen:

  • für Ledige 657 Euro
  • für Verheiratete 1314 Euro
  • für im Haushalt lebende Kinder und andere Verwandte 289 EUR je Person

Bei Beendigung des Umzuges zwischen 01.03. und 31.12.2012 gelten bereits höhere Beträge:

  • für Ledige 679 Euro
  • für Verheiratete 1357 Euro
  • für im Haushalt lebende Kinder und andere Verwandte 299 Euro je Person

Für Umzüge, die erst im Jahr 2013 enden, steigen die Pauschalen laut dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) nochmals in zwei Stufen an. Mit den Pauschalen sind grundsätzlich alle Kosten des Umzuges abgegolten. Zusätzliche Kosten für umzugsbedingten Unterricht der Kinder können noch berücksichtigt werden. Das betrifft beispielsweise Fälle, in denen das Bundesland gewechselt wird und sich das schulpflichtige Kind an einen anderen Lehrplan anpassen muss (BMF-Schreiben v. 01.10.2012).

Kontoführungsgebühr

Die Kontoführungsgebühr gilt schon als Klassiker. Immerhin 16 Euro akzeptieren die Behörden regelmäßig, obwohl das im Gesetz gar nicht geregelt ist. Die entsprechenden Angaben werden aber von den Finanzbehörden nicht beanstandet, weshalb man auch von einer Nichtbeanstandungsgrenze spricht. Ähnliches gilt für Arbeitsmittel, Fachliteratur oder Berufskleidung. Bis rund 110 Euro werden die Beträge vom Finanzamt regelmäßig nicht einzeln überprüft. Ein gesetzlicher Anspruch auf diese Art „Pauschalen" besteht aber nicht.

(ADS)

Foto: ©Fotolia.com/Joachim B. Albers

Autorenprofil

steuerberater.net - Redaktionsteam
steuerberater.net - Redaktionsteam
Armin Dieter Schmidt (ADS)
Rollnerstr. 8
90408 Nürnberg
 

Steuertipps per Newsletter – kostenlos

Monatlich aktuelle Steuertipps von unseren Steuerexperten.
Newsletter jederzeit wieder abbestellbar.