Steuertipp vom 17.07.2017

Fortbildung lohnt sich – auch steuerlich

steuerlich, –, lohnt, Fortbildung
Dient die Fortbildung einem Beruf, stellen die dafür anfallenden Ausgaben Werbungskosten dar.
Mehr Wissen zahlt sich auch beruflich aus. Ausgaben für Fortbildung lassen sich daher oft als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Aber nicht immer mindern sie das zu versteuernde Einkommen.

Sonderausgaben oder Werbungskosten?

Gleich vorweg: Ausgaben im Rahmen einer erstmaligen Berufsausbildung, eines Erststudiums oder beim Besuch einer allgemeinbildenden Schule stellen steuerrechtlich keine Fortbildung dar. Steuerlich absetzbar sind sie dennoch, allerdings als Sonderausgaben. Bis zu 6000 Euro Berufsausbildungskosten lassen sich so geltend machen. Anders ist das nur bei einer normalen Ausbildung mit Vergütung - Stichwort Ausbildungsdienstverhältnis. In diesem Fall ist wiederum der unbegrenzte Werbungskostenabzug, wie bei der Fortbildung möglich.

Enger Zusammenhang mit dem Beruf erforderlich

Sich fortzubilden muss nicht immer nur Vorteile im bereits ausgeübten Beruf oder Berufszweig bringen. Den Meister- oder Doktortitel zu erlangen ist zwar typisches Beispiel für die Fortbildung, aber lange noch nicht alles. Auch wer sich neue Kenntnisse für eine komplett andere berufliche Zukunft aneignet, bildet sich fort. Denn der Werbungskostenbegriff verlangt nur, dass der Wissenserwerb dem Erwerb, der Sicherung und der Erhaltung von Einnahmen dient. Ein - wenn auch enger - Zusammenhang mit einer beruflichen Tätigkeit reicht dafür aus. Zweifelt das Finanzamt diesen an, muss der wissensdurstige Steuerzahler das darlegen. Vorsicht dabei aber mit dem Argument, die Fortbildung verbessere die Arbeitsmarktchancen oder nutze dem Arbeitgeber. Das allein ist zu allgemein. Bei angestrebtem Berufswechsel sollte man sich schon aktiv um die Stellensuche bemüht haben. Mitunter sind auch erste Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern gefordert. Selbst wer seinen Arbeitsplatz nicht wechselt, sollte die Vorteile im Arbeitsalltag anhand konkreter Beispiele benennen können. Spätestens dann, wenn das Finanzamt oder das Finanzgericht dazu auffordern.

Nicht selten sind mehr als nur die reinen Bildungskosten absetzbar

Zu den Fortbildungskosten zählt vieles. Neben Lehrgangsgebühren und der angeschafften Fachliteratur in Form von Büchern und Zeitschriften sollte man auch an die Fahrtkosten zum Schulungsort denken - mit dem eigenen Pkw immerhin in Höhe der Pendlerpauschale. Falls der tägliche Heimweg zu weit ist, sind auch Unterbringungskosten und Verpflegungsmehraufwand absetzbar. Das gilt auch für Auslandsreisen, etwa aufgrund eines dort absolvierten Sprachkurses. Dient der dortige Aufenthalt aber auch dem Privatvergnügen, heißt es aufpassen. Denn das Private darf das Berufliche nicht klar überwiegen, sonst gibt es gar nichts. Auch im Übrigen erkennt der Fiskus die Kosten nur teilweise an, wenn der Kurs nicht gerade ausschließlich die gesamte Aufenthaltszeit in Anspruch nahm. Wie fast immer will das Finanzamt natürlich schriftliche Beweise sehen. Deshalb ist es ratsam, alle Belege im Zusammenhang mit den Fortbildungskosten aufzuheben.

(GUE)

Foto: ©Fotolia.com/contrastwerkstatt

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